A Million Ways to Die in the West (oder: Lebensbedrohliche Blähungen)

Jahr: 2014
Regie: Seth MacFarlane
Laufzeit: 116 Minuten
Budget: 40 Mio.$

Der Inhalt kurz und knapp:

Der Wilde Westen, Mythos und Legende zugleich, war ein raues Pflaster. Nur etwas für Abenteurer, Wagemutige und Hartgesottene. Schade nur, dass Albert Stark (Seth MacFarlane) keiner dieser drei Gruppen angehört. Im Gegenteil, ist er doch stets darauf bedacht allem Ärger aus dem Wege zu gehen und sein Leben als Schafzüchter in Frieden zu leben. Dummerweise ist er aber auch kein besonders guter Farmer, was auch seine Freundin Louise (Amanda Seyfried) bemängelt und sich daher einen neuen Mann sucht. Dieser ist obendrein auch noch gewillt gegen Albert in einem Duell anzutreten, worin der Schafzüchter, wie sollte es anders sein, auch kein rechtes Talent besitzt. Doch prompt ist die eine Frau weg, platzt auch schon die nächste in sein Leben. Die geheimnisumwobene Anna (Charlize Theron) taucht plötzlich mit ihrem vermeintlichen Bruder in der Stadt auf und beginnt sich mit Albert anzufreunden, nachdem der ihr Leben gerettet hat. Was Anna jedoch nicht verrät ist, dass ihr Ehemann der Gefürchtete Clinch Leatherwood (Liam Neeson) ist, der sich nach seinem letzten Mord ein wenig im Hintergrund hält. Es kommt, wie es kommen muss, und schlussendlich muss sich Albert gleich mehreren Duellanten stellen. Es gibt also für ihn zahlreiche Tode zu sterben, was bereits der Titel suggeriert.

Die Meinung:

Seth MacFarlane probiert es also wieder. Nach „Ted“ nimmt sich der kreative Kopf hinter „Family Guy“ und „American Dad“ ein gänzlich anderes Thema vor, nämlich den Wilden Westen. Doch damit nicht genug, schwingt sich MacFarlane selber vor die Kamera und übernimmt hiermit nicht nur Regie, sondern obendrein noch die Hauptrolle. Kann das gutgehen? Ich war besonders skeptisch, da „Ted“ seiner Zeit bei mir eher schlecht ankam, und dass obwohl ich leidenschaftlicher „Family Guy“-Fan bin. Obendrein erhielt „A Million Ways to Die in the West“ gleich 4 Nominierungen bei der diesjährigen Verleihung der Goldenen Himbeere. Zu Recht?

Vom Konzept her geht „A Million Ways to Die in the West“ einen etwas anderen Weg als „Ted“. Hier ließ sich die Handschrift von MacFarlane zwar erkennen, jedoch hatte der Film eine durchgehende Handlung zu erzählen. Im aktuellen Fall haben wir eher den Versuch einen Film im „Family Guy“-Format aufzubauen. In eine übergreifende Handlung, die nicht besonders kreativ ist, ist eine Vielzahl kleiner Gags eingebaut. Diese haben nicht zwingend einen inhaltlichen Bezug zum Film und schwanken zwischen deftigem Humor und diversen Absurditäten. Nicht jeder dieser Gags zündet, was jedoch auch vorprogrammiert ist, wobei ich bei den meisten doch lachen konnte. So hat der Film als ein Metathema (der Begriff suggeriert fast ein bisschen sehr viel) den Wilden Westen und die Epoche als solches. So kommen durchaus lustige Szenen heraus, wie beispielsweise eine sehr pointierte Ansprache von Albert, welche Todesarten einen damals so dahinraffen konnten. Oder aber auch die Frage, warum Leute zu der Zeit auf Fotos nie lachen oder was für seltsame Tinkturen damals verkauft wurden. Hier funktioniert das Konzept ganz gut.

Doch merkt man „A Million Ways to Die in the West“ an, dass ein paar gute Gags nicht ausreichen, um einen Film mit knapp 2 Stunden Länge zu füllen. Denn die Handlung hängt an vielen Stellen durch und läuft sich regelmäßig leer. Vor allem durch die mittlere Stunde des Films musste ich mich teils wirklich durchkämpfen, da der Plot billigst gestrickt ist und hier auch wenig Amüsantes passiert. Hier rächt sich, dass MacFarlane das Drehbuch zusammen mit zwei seiner „Family Guy“-Autoren verfasste und darauf verzichtete einen erfahrenen Langfilm-Autor mit ins Boot zu holen. Ein solcher Autor hätte vielleicht ein paar Tricks in petto gehabt, wie man die Spannung einer Komödie über 2 Stunden aufrecht halten kann.

Was die Schauspielleitung anbelangt, würde ich Seth MacFarlane raten, zukünftig vielleicht doch eher hinter der Kamera zu bleiben. Er ist zwar durchaus bemüht die Figur des Albert auszufüllen, das jedoch merkt man deutlich an jeder einzelnen Szene. Den gleichen Vorwurf kann man an dieser Stelle aber auch seinen professionellen Schauspielkollegen machen, denn auch Charlize Theron und Liam Neeson spielen ihre Rollen recht unmotiviert runter. Vielleicht fehlen auch große Szenen, in denen man sein Talent hätte entfalten können, aber ein wenig mehr Elan hätte es dann doch sein dürfen. Zumal ein Großteil des Budgets von 40 Mio. Dollar auf die Gagen entfallen dürfte. Was jedoch Spaß macht und auch zum „Family Guy“-esken Konzept passt, sind die zahlreichen Cameos. Besonders erwähnenswert sind die beiden Kurzauftritte von Christopher Lloyd als Doc Brown und der Auftritt von Django Freeman, alias Jamie Foxx. In diesen Momenten fühlte ich mich wirklich in eine Comic-Folge von MacFarlane versetzt.

Was bleibt am Ende von dieser Komödie zurück? Nun, „A Million Ways to Die in the West“ ist sicherlich keine besonders gute Komödie, besonders durch die konzeptionellen Probleme. Dennoch machte mir der Film in seinen isolierten kleinen Szenen dann doch Spaß und ich konnte erahnen, was MacFarlane mit diesem Film eigentlich wollte. Die 4 Nominierungen bei der Goldenen Himbeere, gerade die für die Schauspielleitung, hat er vielleicht nicht ganz zu Unrecht erhalten. Dabei darf man aber nicht den Fehler machen, dem Film gänzlich seine Qualitäten abzusprechen. Wer Spaß an „Family Guy“ hat, der wird sich auch hier wiederfinden und kurzweilige 2 Stunden haben. Alle anderen sollten lieber einen Bogen machen und schlicht einfach nicht allzu viel erwarten.

Das Fazit (für Lesefaule):

Peter Griffin, alias der „Family Guy“ lässt grüßen. Seth MacFarlane versucht mit „A Million Ways to Die in the West“ erneut einen Langfilm auf die große Leinwand zu bringen. Hierzu macht MacFarlane seine Kreativkiste auf, schnappt sich die Schablone für eine Folge „Family Guy“ und streckt diese auf knapp 2 Stunden. Dass dies nicht klappen kann, ist keine große Überraschung. Denn die eigentliche Handlung ist sehr holzschnitzartig und dient als Träger für zahlreiche absurde bis deftig-anzügliche Gags, die in den Plot großzügig eingestreut wurden. Diese sind nicht in jeder Szene ein großer Brüller, ich konnte aber an vielen Stellen durchaus lachen. Schauspielerisch zwar eine ziemliche Katastrophe, aber unterm Strich ist „A Million Ways to Die in the West“ ein unterhaltsamer Film, jedoch als durchschnittliche Komödie weit entfernt von Klassikern des Genres. Da es ein durchschnittliches Werk ist, gibt es dann von mir eine durch und durch durchschnittliche Wertung.

Wertung:

5-0

Trailer:

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